Pädagogik

Erziehen zum Wohl des Kindes und dabei die daraus entstehende Verantwortung in seinem ganzen Lebenslauf nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir möchten für die Kinder einen Ort schaffen, an dem Lebensfreude und Geborgenheit erlebbar wird, damit die individuellen Kräfte und Entwicklungsmöglichkeiten zur Entfaltung kommen können. Unsere Aufgabe sehen wir darin, um die Kinder eine soziale Hülle zu bilden, in der ihre Persönlichkeit zum Tragen kommen darf und die ihnen weitere Entwickelungsmöglichkeiten bieten kann.
Es ist uns ein Anliegen, Kindern einen gesunden und gestalteten Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich wohl fühlen. Jedes Kind und Elternhaus ist bei uns recht herzlich Willkommen, egal welchen kulturellen, religiösen und sozialen Hintergrund sie haben.

Das Kind - nachahmend - in seiner Umwelt

Das Kind entwickelt sich im ersten Jahrsiebt vorwiegend durch die Nachahmung und Wiederholung im "selber Tun". Aus diesem Grund lebt der Kindergartenalltag von Rhythmus und Wiederholung in den verschiedenen Elementen wie Freispiel, Raum, Garten, Wald, das jahreszeitliche Reigenspiel, Abschlusskreis, Geschichte, Märchen, Puppenspiel. Die Tätigkeit des Erwachsenen gibt den Kindern immer wieder neue Impulse, das Beobachtete ins Spiel umzusetzen. Durch die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse formen die Kinder so ihren leiblichen Organismus aus, der sich auf das ganze Wesen Kindes auswirkt. Dabei werden die Fundamente für die Gesundheit, für die seelische Empfänglichkeit und für ein späteres verantwortliches Handeln gelegt. Gleichzeitig werden auch die Grundlagen für die intellektuellen Fähigkeiten gebildet. Die täglich anfallenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten (z.B. Frühstück das ausschließlich aus biologisch angebauten Lebensmitteln zubereitet wird) geben dem Kind Anregungen, die es im freien Spiel nachahmen kann. Deshalb beschäftigen sich die Erzieherinnen mit einer Tätigkeit, welche für das Kind einen nachvollziehbaren, nacherlebbaren Sinn hat.

Spielend erobert sich das Kind seine Welt

Das eigene Dasein und die Außenwelt sind noch eine Einheit. Durch das Spielen verbindet sich das Kind mit seiner Außenwelt. Das Beobachtete und Erlebte wird so verarbeitet. Die Naturmaterialien, die Tücher, die Spielständer, ... regen die kindliche Phantasie und Kreativität an, da dieses Material verwandelbar ist. Spielen heißt Bewegung - Bewegung heißt Leben - Leben heißt Entwicklung. Spielen heißt " im Prozess sein" und nicht Bedienen von Fertigware. Durch die verschiedenen Materialien wie Holzklötze groß/klein, Kastanien, Kerne, Wolle usw. werden die Sinne des Kindes geschult. - Sinneserfahrungen in verschiedenen Formen und Vielfalt. Die Natur wird so ein Stück weit in den Raum hineingeholt und der Jahreskreislauf erlebbar gemacht.

Wald und Garten als Naturerleben für das Kind

Die Bewegung in der Natur ist ein Grundbedürfnis jedes Kindes und gerade in der heutigen Zeit von großer Wichtigkeit. Dort erlebt es Sinneseindrücke noch mal ganz anders. Das Kind erfährt die Natur in seiner Weite und Ursprünglichkeit und kann vollkommen in die Elemente eintauchen um sie mit seinem ganzen Körper zu erleben. Die Bewegung fördert die Grobmotorik des Kindes in dem es klettert, balanciert, hüpft… Die Jahreszeiten werden dem Kind eindrücklich bewusst, durch Wärme und Kälte, Sonne und Wind, Regen und Schnee, Bäume, Blüten, Früchte und das wechselnde Farbenspiel.

Jahreslauf in Bewegung und Sprache

Ein wichtiger Bestandteil im Jahreslauf sind Lieder, Gedichte, Rhythmen und Reime, Finger- und Puppenspiele. Sie werden in vielfältigerweise erlebt. Durch die Eurythmie – eine von R.Steiner entwickelte Bewegungskunst, mit Musik und Sprache lernen die Kinder ihr eigenes Körpergefühl zu entwickeln. Auch in den jahreszeitlichen Reigen, bei den Jahresfesten, ist es ein wichtiger Aspekt die Sprache und die Musik zu pflegen. Kinder brauchen sinnvolle Bilder, welche in den christlichen Festen erlebbar gemacht werden und dadurch Bezug zum christlichen Glauben genommen wird. Die künstlerischen und handwerklichen Tätigkeiten im Wochenablauf regen die schöpferischen Kräfte des Kindes zur Tätigkeit an.

Äußere Bewegung gleich innere Bewegung

Die Elternarbeit ist ein grundlegendes Element unserer Arbeit im Kindergarten. Das eigene Mitgestalten gibt den Eltern zusammen mit ihren Kindern die Möglichkeit sich in ihrem Kindergarten heimisch zu fühlen. Dazu zählen z.B. die Gartengestaltung und -pflege, handwerkliche und hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Mitarbeit im Tagesablauf sowie in der einzelnen Gruppe. In den thematisierten Elternabenden, die zum Teil durch Wünsche der Eltern zustande kommen, und in Einzelngesprächen, sowohl im Kindergarten als auch zuhause, versuchen wir unsere pädagogischen Grundlagen anschaulich und transparent zu vermitteln und auf Fragen einzugehen. Die Erziehung im Kindergarten und Elternhaus kann dadurch harmonischer in einander übergehen und für die Kinder entsteht das Gefühl von beiden Seiten getragen zu sein. Darüber hinaus erleben die Kinder wie durch das gemeinsame Tun ein soziales Gefüge entsteht, in dem sie eingebunden sind. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit als Erwachsener die Gesellschaft im Sozialen zu unterstützen. Wenn die Eltern sich noch mehr in die geistigen Hindergründe der Waldorferziehung einarbeiten möchten, besteht die Möglichkeit im Hölderlinhaus der Anthroprosophia hier in Maulbronn an Kursen, Vorträgen und Veranstaltungen teilzunehmen.